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Ohne Chemie waschen

Umwelt- und hautfreundlich waschen – So geht's

Substanzen wie synthetisch gewonnene Tenside oder Bleichmittel sind biologisch nicht abbaubar. Sie verschieben den pH-Wert von Flüssen und Seen und belasten dadurch die Umwelt. Chemie in der Wäsche kann aber auch zu Hautreizungen und Allergien führen. Das Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (WRMG) regelt, wie Waschmittelhersteller die Inhaltsstoffe kennzeichnen müssen und gibt gewisse Grenzwerte für umweltschädliche Substanzen vor, wie zum Beispiel Phosphorverbindungen. Ganz verboten sind Phosphate und Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis sowie Bleichmittel jedoch nicht.

Experten für nachhaltigen Konsum empfehlen bei der Auswahl umweltfreundlicher Waschmittel daher folgende Kriterien:

  • Waschmittel mit pflanzlichen Tensiden, Pflanzenölseife oder Soda
  • Tenside, Seifen und Wasserenthärter werden aus natürlichen Rohstoffen gewonnen (bestenfalls biozertifiziert) und sind biologisch abbaubar
  • möglichst keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, wenn dann aus nachwachsenden Rohstoffen
  • keine optischen Aufheller/Bleichmittel
  • keine Substanzen auf Mineralölbasis und Verzicht auf Kunststoffe wie zum Beispiel Mikroplastik

Wirksame Fleckentferner für hartnäckige Flecken

Eiweiß- und stärkehaltige Verschmutzungen wie Ketchup oder auch Blut werden durch Tenside und natürliche Bleichmittel allein nicht gelöst, sobald sie einmal eingetrocknet sind. Hier sind mehrkettige Eiweißmoleküle, sogenannte Enzyme, gefragt, die als Biokatalysator wirken und diese Flecken organischen Ursprungs in ihre Bestandteile auflösen. So wird die Wäsche wieder sauber. Enzyme in den Inhaltsstoffen erkennst du anhand von Namen wie Cellulase, Protease, Amylase oder Lipase.

Beim Thema „Enzyme“ scheiden sich allerdings die Geister. Seit 1960 werden Enzyme industriell aus Bakterien gewonnen und verschiedenen Waschmitteln zugesetzt. Der feine Enzymstaub löste bei Einatmung jedoch häufig allergische Reaktionen aus. Daher werden die Enzyme heutzutage in kleine Kapseln eingeschlossen. Mit dem Aufkommen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) begann die Industrie zudem, auch Enzyme durch gentechnische Verfahren zu gewinnen. Aus diesem Grund empfehlen einige auf Nachhaltigkeit bedachte Organisationen, auch auf Enzyme im Waschmittel zu verzichten.

Alternativ kannst du nach dem Baukastenprinzip waschen. Einige Hersteller bieten Baukastenwaschmittel an. Hierbei kannst du selbst bestimmen, welche aktiven Substanzen gerade gebraucht werden. So kannst du die Dosierung von Enzymen, Bleichmittel und Wasserenthärter deinen individuellen Bedürfnissen anpassen. Durch den bewussten Umgang mit den aktiven Waschsubstanzen ist die Belastung für die Umwelt gering.

Öko: Na, logisch!

Es geht auch ohne aggressive Inhaltsstoffe. Hersteller von biologischen und hypoallergenen Waschmitteln verzichten bewusst auf Enzyme und setzen keine künstlichen Duftstoffe ein, um die Haut nicht zu reizen. Vor allem bei der Reinigung von Unterwäsche, die direkt mit deinen empfindlichsten Körperteilen in Kontakt kommt, solltest du auf enzymfreies Waschmittel setzen.

Umweltfreundlich waschen, aber wie?

Neben der Wahl eines Bio-Waschmittels kannst du auch beim Waschvorgang selbst einiges tun, um deinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. So lautet das Credo: Weniger ist mehr. Wenn du seltener, aber dafür mit stets gefüllter Waschmaschine wäschst, sparst du nicht nur Waschmittel, sondern auch Strom und Wasser.

Ähnliches gilt für die Dosierung des Waschmittels. Viel hilft viel? Eher nicht. Um deine Wäsche sauber zu bekommen, solltest du dich nach den Herstellerangaben richten. So findest du auf der Verpackung Hinweise zur Dosierung je nach Verschmutzung und Härtegrad des Wassers.

Die meiste Kleidung wird bereits bei 30° C sauber. Lediglich Unterwäsche, Bettwäsche sowie Handtücher solltest du aus hygienischen Gründen bei mindestens 60° C waschen. Wenn du bei Buntwäsche ein paar Grad herunterdrehst, kommt sie trotzdem frisch aus der Maschine. Apropos Maschine! Wenn du dir eine neue anschaffst, achte auf die Energieeffizienzklasse. Liegt diese im grünen Bereich, freut das nicht nur die Umwelt, sondern schlägt sich auch positiv auf deine Strom- und Wasserrechnung nieder.

Noch mehr Einsparpotenzial birgt das Lufttrocknen. Wenn du deine Wäsche aufhängst, statt sie in den Trockner zu werfen, sparst du noch mehr Geld und tust ganz nebenbei der Umwelt etwas Gutes, da du weniger Abwasser produzierst und Strom sparst.

Cleveres Zubehör für die Waschküche

Unterschiedliche Wäschestücke erfordern unterschiedliche Waschtemperaturen. Während es wärmende Wollstoffe in der Waschmaschine lieber kalt mögen, kannst du reiner Baumwolle getrost ein wenig einheizen. Welche Temperaturen deine Klamotten vertragen, verrät dir das eingenähte oder abgedruckte Wäscheetikett.

Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt von Waschmitteln für die unterschiedlichen Stoffqualitäten. Ein pflegendes Wollwaschmittel solltest du neben einem temperaturbeständigen Colorwaschmittel zu Hause haben. Mit diesem Duo bekommst du Pullis, Weißwäsche, Feinripp-Unterhosen sowie T-Shirts optimal sauber. Übrigens, wenn du gerade kein Wollwaschmittel für den geliebten Wollpullover zu Hause hast: Dein Haarshampoo tut's im Notfall auch.

Worauf du getrost verzichten kannst, ist Weichspüler. Um weiche Wäsche aus der Maschine zu bekommen, kannst du alternativ ein wenig Apfelessig in die Waschmittelkammer geben. Darüber hinaus solltest du deine Wäsche erst gar nicht lange nach dem Ende des Waschvorgangs in der Maschine warten lassen. Hänge deine Wäsche am besten gleich auf, um Knitterfalten zu vermeiden.

Für angenehm weiche Wäsche und um darüber hinaus Waschmittel einzusparen, gibt es spezielle Waschbälle, die zur Wäsche in die Trommel gegeben werden. Das Versprechen lautet: Durch die Bewegungen in der Trommel kann sogar gänzlich auf herkömmliches Waschmittel verzichtet werden. Wenn dich das Rumpeln in der Trommel nicht stört, fährst du mit Kautschukbällen am besten. Hingegen schnitten ein Magnetwaschball sowie ein Öko-Waschball im Test beim NDR-Magazin „Markt“ nicht gut ab. Für empfindliche Wäschestücke sind diese Wäschehelfer aufgrund der Reibung, die sie am Stoff verursachen, generell nicht zu empfehlen.

Waschen mit reinen Naturprodukten

Wenn du auf herkömmliches Waschmittel ganz verzichten möchtest, kannst du auf andere „Kugeln“ setzen, die dir die Natur bereitwillig zur Verfügung stellt. Im Bioladen und Reformhaus kannst du indische Waschnüsse kaufen, um deine Wäsche mit der Kraft der Natur sauber zu bekommen. Noch nachhaltiger ist eine heimische Baumfrucht: die Kastanie. Tatsächlich beinhalten Kastanien genau wie die indische Waschnuss natürliche Schaumbilder. Der Vorteil: Bei der Verwendung von heimischen Kastanien sparst du dir den langen Transport, was wiederum die Umwelt freut.

DIY: Kastanienwaschmittel selber machen

Um Waschmittel aus Kastanien selbst herzustellen, brauchst du etwa vier Kastanien für zwei Waschladungen. Diese werden zunächst geschält, dann in kleine Würfel geschnitten und anschließend im Backofen bei etwa 100° C getrocknet. Die getrockneten Kastanienwürfel setzt du mit etwa 400 Milliliter Wasser an und lässt das Gemisch einen Tag stehen. Durch ein Sieb schütten und der Mix ist einsatzbereit!

200 Milliliter reichen für eine Waschladung. Da selbstgemachtes Kastanienwaschmittel nicht sehr lange haltbar ist, solltest du den Mix innerhalb weniger Tage verbrauchen. Du kannst dir jedoch einen Vorrat von getrockneten Kastanienwürfeln anlegen, damit du das Waschmittel ganz einfach bei Bedarf ansetzen kannst.

Wie viel du beim Waschen für die Umwelt leistest, hängt unter anderem davon ab, welchen Aufwand du für ökologische Sauberkeit aufbringen kannst und willst. Nicht jeder hat schließlich die Zeit, sein eigenes Waschmittel herzustellen! Doch vielleicht schaust du beim nächsten Waschmittelkauf genauer auf die Zusammensetzung und schaltest beim Waschen ein paar Grad runter.


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